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Wedel-Schulauer Tageblatt

05. September 2015 | 17:51 Uhr

Wilke gibt das „Hospizhandy“ ab

 

 

Rund 15 Jahre lang war Kirsten Wilke (rechts) das Gesicht der Hospizgruppe Wedel. Zum 1. September hat sie die Leitung, die sie zehn Jahre inne hatte, in die Hände von Dörthe Bräuner gelegt.

Als Kirsten Wilke das „Hospizhandy“ ein letztes Mal in der Hand hielt, war sie erkennbar bewegt. Wilke vollzog nach zehn Jahren als Leiterin der Gruppe und 15 Jahren in der Hospizarbeit die Entscheidung, ihre Aufgabe in andere Hände zu geben. „Seit 2000 beschäftige ich mich mit dem Thema und da ist es gut, mal den Schwerpunkt zu verlegen. Nach zehn Jahren ist es Zeit, mal jemanden anderen ans Ruder lassen“, sagte Wilke. Seit dem 1. September leitet Dörthe Bräuner den „Ambulanter Hospizdienst“, so der offizielle Name. Die 46-jährige Intensivschwester und eine der Gründerinnen des Familienhilfeprojekts Kindesglück & Lebenskunst (Kul) wird die Arbeit in Wedel als hauptamtliche Leiterin koordinieren. 15 Stunden pro Woche sind derzeit geplant. Angestellt ist sie bei der Pflegediakonie Hamburg.

„Ich hatte bereits seit Jahren den Wunsch, die Leitung abzugeben“, sagte Wilke, die zehn Jahre lang die Arbeit der Gruppe koordinierte. Doch eine passende Nachfolgerin fand sich nicht. „Ehrenamtlich ist die Arbeit mittlerweile kaum noch zu leisten. Bei uns zuhause ist überall Hospiz. Das zieht jetzt aus“, sagte Wilke. Bräuner habe sie seit Jahren gekannt. Vor genau einem Jahr habe Wilke den Kontakt zu ihr aufgenommen: „Sie bringt die notwendigen beruflichen Voraussetzungen mit.“ Viele Gespräche folgten bis der Weg feststand. „Ich habe langjährige Erfahrungen in der Vereinsarbeit gesammelt, Menschen begleitet und das Thema interessiert mich sehr“, erläuterte Bräuner. „Ich habe keine Bedenken, dass es klappen wird“, sagte Wilke und ergänzte: „Ich bin sicher, dass die Gruppe in guten Händen ist.“

 

 

Gruppe bleibt unabhängig

Für die Ehrenamtlichen und auch die Menschen, die begleitet werden, soll sich durch den Wandel zur hauptamtlichen Leitung nichts ändern. „Die Gruppe ist weiter trägerunabhängig und wir begleiten unabhängig von Konfession oder Herkunft“, erläutert Bräuner. Sie werde selbst keine Begleitungen leisten. „Ich bin aber verantwortlich, dass Begleitung geleistet wird“, so Bräuner. Zudem werde sie Beratungsgespräche führen, Gruppenabende organisieren und Ansprechpartnerin für die persönlichen Anliegen der ehrenamtlichen Helfer sein. Die Vorbereitungskurse Schulungen leiten weiterhin Wilke und Annemarie Kelschinske.

Bis zum Jahresende will Wilke ihr bei der Einarbeitung helfen und dann kürzertreten. Vielleicht. „So ganz ohne Ehrenamt geht es nicht bei mir. Ich mache und mag das gerne“, sagte Wilke schmunzelnd und ergänzte: „Zu Jahresbeginn 2016 stelle ich mich darauf ein, mehr Freizeit zu haben. Mal sehen, wo ich dann Unruhe stiften kann.“ Gibt es schon konkrete Pläne? Wilke nickte: „Bei der Flüchtlingshilfe gibt es viel zu tun.“ Heute wird sie zusammen mit Bräuner den ambulanter Hospizdienst von 10 bis 13 Uhr auf dem Sozialmarkt Wedel präsentieren. Nicht ganz ohne Wehmut: „Hospiz ist ein Teil meines Lebens, aber nicht mein Leben.“

Ihr Fazit der letzten 15 Jahre: „Es war eine Wahnsinnszeit in meinem Leben, in der ich viel gelernt habe. Ich habe interessante Menschen kennen gelernt. Das endet jetzt nicht, aber alles hat seine Zeit im Leben.“